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Kontakt:  
Markt Oberkotzau
Am Rathaus 2
95145 Oberkotzau

Tel.: 09286/941-0
Fax: 09286/941-13

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 08:00 - 13:00 Uhr
zusätzlich Montag 14:00 - 16:00 Uhr
und Donnerstag 15:00 - 18:00 Uhr

Der Ritterrain:

Rundwanderweg mit 4,5 km Länge - ca. 1 Std.


für eine vergrößerte Ansicht bitte anklicken
Kotzau war ehemals ein Reichslehen und die Besitzer reichsunmittelbare Herren. Somit ragten die mit dem Reichslehen reich begüterten Herren von Kotzau und der Ort Kotzau nach Bedeutung und rechtlichem Status über die meisten anderen Siedlungen in der Region hinaus, da sie mit dem kaiserlichen Sonderrecht einer kaiserlichen Freiung (Freistätte) und der Hohen Gerichtsbarkeit über Hals und Hand zwei bedeutende Privilegien inne hatten.

Innerhalb der Kaiserlichen Freiung waren die Straftäter vor etwaiger Schnelljustiz und Blutrache sicher und konnten von Kaiser und Reich garantiert in Ruhe ihrem ordentlichen Prozess entgegensehen. Damit erscheinen die Herren von Kotzau als die ersten Gerichtsherren, denen der Ort Kotzau für die im Reich geleisteten Dienste zu Lehen gegeben wurde. Deshalb standen der Herrschaft neben anderen Rechten auch die Hochgerichtsbarkeit und die Halsgerichtsbarkeit innerhalb des Burgfriedens zu. Als Burgfrieden bzw. Burgfriede bezeichnete man im Mittelalter einen Hoheitsbereich um eine Burg, in dem Fehden, also Feindeshandlungen von Privatpersonen untereinander, unter Androhung der Acht (Ächtung) verboten waren.

Eine solche Befreiung befand sich auf dem Döhlauer Berg auf der Grenzscheide der Güter Kotzau und Döhlau, wo auch einer der letzten von Kotzau verblieben ist. Diese Stelle heißt heute noch „Ritterrain“. Hier duellierten sich die Adligen, ohne dass die Tat gerichtlich verfolgt wurde. Diese Freiungen, die schon länger bestanden, wurden von Kaiser Sigismund am 2. September 1424 erneut bestätigt. Leichtfertig setzten in alter Zeit bei Streitigkeiten die adligen Hitzköpfe ihr Leben aufs Spiel. Schon eine ehrenrührige Bemerkung oder ein falsches Wort veranlasste die edlen Abkömmlinge den Streit mit einem Duell zu beheben, indem sie das Messer, Schwert oder den Degen zückten. Nach dem sog. Ehrenkodex vergangener Tage entschieden auch in unserer Gegend Duelle den Streit. Und in Bezug zur zweiten Freiung am Ritterrain kam es zu folgendem Vorfall:
Jobst von Falkenstein, der einen Teil des „Unteren Gutes“ bewirtschaftete, hatte Herrn von Koseritz in seiner Wohnung aufgenommen. Bei einem Besuch beider auf dem Oberkotzauer Schloss gerieten Hannß Christoph von Falkenstein und ein Herr von Koseritz von Groß-Böhla wegen eines Heiratsversprechens der Brüder Müffling so aneinander, dass sie am Morgen des nächsten Tages, am 03.12.1661 um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, frühmorgens auf dem Ritterrain auf der Döhlauer Höhe neben der St. Veits-Kapelle zwischen Oberkotzau und Döhlau zum Zweikampf gegeneinander antraten. Wolf Christian war als Sekundant des von Falkenstein mit dabei. Als das Duell bereits endete und keiner zu Tode kam und die Kontrahenten auseinander gehen wollten, kam es plötzlich zu einem Wortwechsel zwischen dem von Koseritz und Wolf Christian von Kotzau, wobei Wolf Christian von Kotzau den Herrn von Koseritz angriff und beide dabei letztlich mit ihren Degen mit solcher „Foury“ (Rage) aufeinander stachen, dass „der eine hin, der andere hergefallen –tot liegen blieben“.

Laut Sterberegister hinterließ Wolf Christian von Kotzau eine Tochter, die mit Christoph Friedrich von Reitzenstein vermählt war. Sein Sohn, Hans Friedrich war bereits 1633 als 12-jähriges Kind gestorben. So erlosch das einst blühende und ruhmreiche Geschlecht. Weiter wurde berichtet: „Herr von Koseritz, 32 Jahre, seines Alters sei nun in die hiesige Kirche mit Gesang und Klang, auch mit Verrichtung einer abgelegten Predigt; Wolf Christian von Kotzau uf die etzliche 50 Jahr gebracht aber auch dahin in Ihre Begräbniß ohne Gesang und Klang und Predigt bis uf einziges Mal zusammenschlagen beygesetzt worden. Denen Gott gnade“. Wolf Christian von Kotzau war für eine standesgemäße Beisetzung zu arm. Andere Überlieferungen besagen, beide Kontrahenten sollen bei den zwei dort stehenden Bäumen am früheren Fußweg von Döhlau nach Oberkotzau begraben worden sein, da nach der Reformation (hier ab ca. 1545-49) dazu die Kirche eine christliche Bestattung versagte. Im Markt gab es das Szenario als der neue Gottesacker oberhalb der Kappel erbaut wurde, da dort noch keine Kirche stand..

 

 

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