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Begegnungscafé-Reihe mit Rainer Pentner

Der Oberkotzauer Bürgermeister Stefan Breuer, der die Vorträge von Rainer Pentner im Bürgertreff stets aufmerksam verfolgt, hatte diesmal zwei alte Münzen dabei, die zu feierlichen Anlässen für Oberkotzau geprägt worden waren. Er überreichte sie dem Referenten bei der Begrüßung. Um alte Münzen ging es im folgenden Vortrag nicht, aber auch das wäre mal ein vielversprechendes Thema!

Aktuell standen die alten Wirtshäuser im Mittelpunkt der vielen Bilder und Gschichtla von Rainer Pentner. Dem Alter nach geordnet konnte er über 50 ehemalige und bestehende Gastwirtschaften aufzählen, und zwar nicht nur dem Namen nach: er wusste meist auch, welche Wirtsleute nacheinander die Gaststätten führten, und vor allem: von welchen Brauereien sie das Bier bezogen hatten. Einige hatte auch ein eigenes Braurecht und boten eigenes Bier an; mit oder ohne weitere Bierlieferanten. „Oberkotzauer Brauereien“ stehen dann auch beim nächsten Treffen mit Pentner auf der Tagesordnung: wer je bei seinen Vorträgen dabei war, freut sich drauf.

Erstgenannte Gastwirtschaft war die „Gaststätte zur Sonne“, sie lag unterhalb des Schlosses Oberkotzau und wurde schon sehr früh – vor dem Jahr 1350 urkundlich erwähnt. Obwohl nicht mehr alle Besitzer und Betreiber zu belegen sind, ist bekannt, dass das Haus ein „Mulzhaus“ war, und dass es in späteren Jahren einen schönen Garten und eine Kegelbahn gab. Im Jahr 1788 ist das Kellerhaus der Kronenbräu in Unterlagen erwähnt, 1850 brannte das Anwesen, es hieß später „Goldene Sonne“, ausgeschenkt wurden später Deininger Biere, bis diese Brauerei im Jahr 1973 in der EKU, der Ersten Kulmbacher Brauerei, aufging. Vor dem Ende der Bewirtschaftung hieß das Lokal „Bubis Diner“.

Die Gaststätte „Braukeller“ in Fattigau steht an zweiter Stelle der langen Liste, seit dem Jahr 1353 gibt es die Brauerei, die Gastwirtschaft hieß „Zum Schwarzen Adler“, Besitzer war immer die Familie Stelzer. Etwa in den 1960er Jahren wurde eine alte Scheune abgerissen, oft wurde renoviert und umgebaut, so wie die Gastwirtschaft heute steht, wurde sie 1996 geschaffen. Wo jetzt der Ritterkeller seine Tore öffnen kann, stand früher ein älteres Anwesen, dessen Baumaterial aus der früheren „Burg Fattigau“ stammte.

Und so geht es weiter mit dem „Schwarzen Adler“, zu dessen Inventar ein Schrank voller unbezahlter Bierdeckel gehörte, zum „Ritter St. Georg“, der Gaststätte „Stadt Hof“ mit dem berühmten Strößners Gerch als Wirt, mit der Gaststätte „Fischer“, der „Kulmbacher Bierstube“ – aus der die heute noch tätige Wirtin der Friedrichsruh, Gabi Korn entstammt. Genannt wird die Gaststätte „Püttner-Heinritz“, das Saaleschlösschen mit dem Bier der Bavariabräu, die Martinsklause, das Café Heym, das Cafè Zapf, das Bahnhofshotel, der „Blaue Affe“, die Gaststätte Teichmann, die Ratsstube genannt „Finsters Gesicht“, das „Caballero“ und viele andere mehr. Ganz nebenbei erfährt man, woher der Kümmeltärknweg seinen Namen hat, in welcher Gastwirtschaft die oberen Stockwerke einem ganz anderen Gewerbe dienten, was sich hinter dem Begriff „Schlupfwinkel“ verbirgt, und dass der Frisör Hörath auch der Zahnarzt war und absolut schmerzfrei Zähne gezogen hat. Dass die immer gleiche Gastwirtschaft unterschiedliche Adressen hatte, ist darauf zurückzuführen, dass Straßennamen verändert wurden. Die Gastwirtschaften im Ortsteil Autengrün waren begehrte Ausflugsziele, und im Café Zapf in der ehemaligen Sparkasse gab es ff Kaffee und Kuchen; die Abkürzung „ff“ bedeutet „fein und vom feinsten“. Die Gastwirtschaft „Kropf“ bekam die Konzession zum Bierausschank, weil in der Apotheke nebenan die Medikamente erst hergestellt werden mussten und die Kunden sich die Wartezeit bei einem Bier besser vertreiben konnten. Die Stammtische in den einzelnen Kneipen waren die Umsatzgaranten, egal ob es sich um die „Spanier“ handelte oder um die bereits genannten „Kümmeltärkn“.

So verflog die Zeit, am Ende hatten die Zuhörer den Eindruck, den Rauch der unendlich vielen Zigarren und Zigaretten und den Bierdunst förmlich zu riechen.

Das nächste Begegnungscafé ist am Mittwoch, den 15. Juli um 14:30 Uhr. Diesmal geht es um die Brauereien der Umgebung, die die Oberkotzauer Wirtshäuser beliefert haben. Einlass wieder ab 14:00 Uhr.

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