News & Ankündigungen
Nur noch bis 25.06. geöffnet: Ausstellung „Retrospektive Fred Siegenthaler“
Papierkunst zwischen Handwerk und Moderne
18.-25.06.2026 | Rathaus
letztmalig geöffnet am Donnerstag, 25.06.:
8.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 16.00 Uhr
Im Rahmen der Oberkotzauer Kulturtage wird eine besondere Retrospektive des Schweizer Künstlers Fred Siegenthaler präsentiert. Der international bekannte Papierkünstler verband traditionelle Handpapiermacherei mit moderner Kunst und schuf eindrucksvolle Werke aus handgeschöpftem Papier, Farben und unterschiedlichsten Materialien. Die Ausstellung gibt spannende Einblicke in das außergewöhnliche Lebenswerk eines Künstlers, der weltweit mit bedeutenden Kunstschaffenden zusammenarbeitete und die internationale Paper-Art-Szene nachhaltig prägte.
Pressetext zur Ausstellung:
FRED SIEGENTHALER – RETROSPEKTIVE
Ein Künstler lebt in seinen Werken weiter. So auch der Schweizer (Papier)-Künstler Fred Siegenthaler, der am 30. September 2023 in seiner Wahlheimat in Oberkotzau/ Deutschland verstorben ist. In der Kunstszene war er kein Unbekannter, eine weit größere Reputation genoss er allerdings in Fachkreisen weltweit als der Papierexperte. Sein Beruf als Papieringenieur war nur eine Facette seiner Beschäftigung mit Papier. In der Schweiz besaß er früher eine eigene Papiermühle, wo er Hunderte von handgeschöpften Wasserzeichenpapieren herstellte für namhafte Künstler wie Marc Chagall, Joan Miró, Meret Oppenheim, Jasper Johns, u.v.a., die ihn inspirierten, selbst künstlerisch tätig zu werden. Gemäß seinem Motto „Der Gedanke ist die Kunst, nicht das Werk“ schuf er Kunstwerke aus und mit Papier und anderen Materialien. In Europa gilt er als Pionier der Kunstrichtung Paper Art, außerdem war er Initiator und einer der Gründerväter der International Association of Hand Papermakers and Paper Artists, kurz IAPMA, bei der Papier-Biennale im Leopold-Hoesch-Museum in Düren im Jahr 1986.
Ein kleiner Ausschnitt seiner Werke, die seine Lebensgefährtin Renate Meyer dankenswerterweise zur Verfügung stellt, wird zu den „Oberkotzauer Kulturtagen“ im Rathaus von Oberkotzau zu sehen sein.
Bürgerversammlung 2026
Gut besucht war unsere diesjährige Bürgerversammlung am 21. Mai 2026 in den Räumen des Kommunalen Kinderhorts. Der Bericht des Ersten Bürgermeisters umfasste die Schwerpunkte Haushaltswirtschaft, Innenstadtentwicklung, Ausbau erneuerbarer Energien und Batteriespeicher, Maßnahmen gegen Starkregenereignisse, Freizeit, Jugend und Senioren sowie zahlreiche weitere Themen. Darüber hinaus wurden Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger beantwortet. Herzlichen Dank für das Interesse und die rege Beteiligung.

Begegnungscafé-Reihe mit Rainer Pentner
Der Oberkotzauer Bürgermeister Stefan Breuer, der die Vorträge von Rainer Pentner im Bürgertreff stets aufmerksam verfolgt, hatte diesmal zwei alte Münzen dabei, die zu feierlichen Anlässen für Oberkotzau geprägt worden waren. Er überreichte sie dem Referenten bei der Begrüßung. Um alte Münzen ging es im folgenden Vortrag nicht, aber auch das wäre mal ein vielversprechendes Thema!
Aktuell standen die alten Wirtshäuser im Mittelpunkt der vielen Bilder und Gschichtla von Rainer Pentner. Dem Alter nach geordnet konnte er über 50 ehemalige und bestehende Gastwirtschaften aufzählen, und zwar nicht nur dem Namen nach: er wusste meist auch, welche Wirtsleute nacheinander die Gaststätten führten, und vor allem: von welchen Brauereien sie das Bier bezogen hatten. Einige hatte auch ein eigenes Braurecht und boten eigenes Bier an; mit oder ohne weitere Bierlieferanten. „Oberkotzauer Brauereien“ stehen dann auch beim nächsten Treffen mit Pentner auf der Tagesordnung: wer je bei seinen Vorträgen dabei war, freut sich drauf.
Erstgenannte Gastwirtschaft war die „Gaststätte zur Sonne“, sie lag unterhalb des Schlosses Oberkotzau und wurde schon sehr früh – vor dem Jahr 1350 urkundlich erwähnt. Obwohl nicht mehr alle Besitzer und Betreiber zu belegen sind, ist bekannt, dass das Haus ein „Mulzhaus“ war, und dass es in späteren Jahren einen schönen Garten und eine Kegelbahn gab. Im Jahr 1788 ist das Kellerhaus der Kronenbräu in Unterlagen erwähnt, 1850 brannte das Anwesen, es hieß später „Goldene Sonne“, ausgeschenkt wurden später Deininger Biere, bis diese Brauerei im Jahr 1973 in der EKU, der Ersten Kulmbacher Brauerei, aufging. Vor dem Ende der Bewirtschaftung hieß das Lokal „Bubis Diner“.
Die Gaststätte „Braukeller“ in Fattigau steht an zweiter Stelle der langen Liste, seit dem Jahr 1353 gibt es die Brauerei, die Gastwirtschaft hieß „Zum Schwarzen Adler“, Besitzer war immer die Familie Stelzer. Etwa in den 1960er Jahren wurde eine alte Scheune abgerissen, oft wurde renoviert und umgebaut, so wie die Gastwirtschaft heute steht, wurde sie 1996 geschaffen. Wo jetzt der Ritterkeller seine Tore öffnen kann, stand früher ein älteres Anwesen, dessen Baumaterial aus der früheren „Burg Fattigau“ stammte.
Und so geht es weiter mit dem „Schwarzen Adler“, zu dessen Inventar ein Schrank voller unbezahlter Bierdeckel gehörte, zum „Ritter St. Georg“, der Gaststätte „Stadt Hof“ mit dem berühmten Strößners Gerch als Wirt, mit der Gaststätte „Fischer“, der „Kulmbacher Bierstube“ – aus der die heute noch tätige Wirtin der Friedrichsruh, Gabi Korn entstammt. Genannt wird die Gaststätte „Püttner-Heinritz“, das Saaleschlösschen mit dem Bier der Bavariabräu, die Martinsklause, das Café Heym, das Cafè Zapf, das Bahnhofshotel, der „Blaue Affe“, die Gaststätte Teichmann, die Ratsstube genannt „Finsters Gesicht“, das „Caballero“ und viele andere mehr. Ganz nebenbei erfährt man, woher der Kümmeltärknweg seinen Namen hat, in welcher Gastwirtschaft die oberen Stockwerke einem ganz anderen Gewerbe dienten, was sich hinter dem Begriff „Schlupfwinkel“ verbirgt, und dass der Frisör Hörath auch der Zahnarzt war und absolut schmerzfrei Zähne gezogen hat. Dass die immer gleiche Gastwirtschaft unterschiedliche Adressen hatte, ist darauf zurückzuführen, dass Straßennamen verändert wurden. Die Gastwirtschaften im Ortsteil Autengrün waren begehrte Ausflugsziele, und im Café Zapf in der ehemaligen Sparkasse gab es ff Kaffee und Kuchen; die Abkürzung „ff“ bedeutet „fein und vom feinsten“. Die Gastwirtschaft „Kropf“ bekam die Konzession zum Bierausschank, weil in der Apotheke nebenan die Medikamente erst hergestellt werden mussten und die Kunden sich die Wartezeit bei einem Bier besser vertreiben konnten. Die Stammtische in den einzelnen Kneipen waren die Umsatzgaranten, egal ob es sich um die „Spanier“ handelte oder um die bereits genannten „Kümmeltärkn“.
So verflog die Zeit, am Ende hatten die Zuhörer den Eindruck, den Rauch der unendlich vielen Zigarren und Zigaretten und den Bierdunst förmlich zu riechen.
Das nächste Begegnungscafé ist am Mittwoch, den 15. Juli um 14:30 Uhr. Diesmal geht es um die Brauereien der Umgebung, die die Oberkotzauer Wirtshäuser beliefert haben. Einlass wieder ab 14:00 Uhr.
Projekt boden:ständig
Das boden:ständig Projekt Oberkotzau geht ins sechste Jahr. Zeit, die Arbeit der Landwirte, im Rahmen eines Feldtages am 24.4., einem interessierten Publikum und Vertretern der Gemeinde vorzustellen und zu würdigen. Anwesend waren auch Berufskollegen aus den umliegenden Gemeinden und die Schüler der Landwirtschaftsschule Bayreuth-Münchberg.
Der 2. Bürgermeister Erich Pöhlmann begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich bei den Landwirten für deren Einsatz für das Projekt und damit auch für die Gemeinde. Der Projektleiter im Amt für ländliche Entwicklung, Daniel Spaderna, stellte die Bedeutung des Bodens für den Rückhalt von Wasser in der Landschaft heraus. Wie stark und warum der Boden in der Flur Oberkotzau aufgrund seiner Struktur erosionsgefährdet ist, demonstrierte Helmut Döhler vom Beratungsunternehmen DöhlerAgrar, anhand eines Bodenprofils. Er wies auch darauf hin dass die steilen Hanglagen, sowie der Klimawandel mit Hitzeperioden und darauf folgendem Starkregen die natürlich gegebene Gefährdung verschärft.
Mit sehr verschiedenen und individuell angepassten Maßnahmen wird im Projektgebiet gegengesteuert, zumal benachbarte konventionelle und ökologische Betriebe im Gebiet wirtschaften. Im Mittelpunkt standen dann die Landwirte Thomas Groh, Peter Egelkraut, Michael Rödel, Martin Thoss und Werner Merkel, die ihre Betriebe und ihr Engagement für den Boden kurz vorstellten. Häufig praktizierte Maßnahmen sind der Einsatz von Untersaaten, der Anbau von vielfältigen Zwischenfrüchten, Pflugverzicht, Direktsaat und hangparallele Bestellung und Erosionsschutzstreifen. Von besonderer Bedeutung auf diesem Standort ist die Optimierung der Bodenkalkung – für die Bodenstruktur, aber auch für das Bodenleben. Bessere Bodenstruktur und aktiveres Bodenleben erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Bodenerosion. Auch wurde kurz berichtet, wie auf den sauren Gneisverwitterungsböden die Bedingungen für die Regenwürmer im Boden verbessert werden können.
Frank Stübinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten untermauerte mit Versickerungsringen die vorher am Bodenprofil gezeigte Anfälligkeit der Oberkotzauer Böden für Bodenerosion auf einem frisch geackerten Feld. Sehr empfindlich reagierte der Boden auf Wassermengen über 30 l. Auch mehrmaliges Überfahren, wie in den Fahrgassen, oder auch die einmalige Bearbeitung der Pflugfurche führte bereits zu einer Abnahme der Regenverdaulichkeit.
Danach folgte eine Maissätechnikdemonstration, die von den Firmen Claas und Amazone unterstützt wurde. Gezeigt wurde, wie mit der Maschinentechnik bei der Maissaat das Rückhaltevermögen der hanggelegenen Böden gestärkt werden kann. Weiterhin wurde die Integration von einem Tiefgrubber und einem Striegel in das Gesamtkonzept demonstriert.

Bürgerbus-Fahrplan
zum Oberkotzauer Frühlingsmarkt am 19.04.2026
